24. April 2017

Psychotherapie

Psychotherapie

Eine psychotherapeutische Behandlung ist immer dann angezeigt, wenn Menschen an seelischen Krankheiten oder Problemen leiden, die sie alleine nicht mehr bewältigen können bzw. wenn diese zu erheblichen und dauerhaften Beeinträchtigungen im beruflichen und / oder privaten Lebensbereich führen. Der Leidensdruck und die dadurch entstehenden Probleme und Hindernisse bei der Lebensbewältigung stehen dabei also im Vordergrund.

Psychotherapie ist jede mittels wissenschaftlich anerkannter psychotherapeutischer Verfahren vorgenommene Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Störungen mit Krankheitswert, bei denen Psychotherapie indiziert ist. Psychotherapie wendet methodisch definierte Interventionen an, die einen systematisch verändernden Einfluss auf die seelische Störungen nehmen und Bewältigungsfähigkeiten des Menschen (wieder) aufbauen. In Deutschland ist Psychotherapie eine geschützte Bezeichnung und darf nur von bestimmten Personengruppen (Ärzten, Psychotherapeuten, Heilpraktikern) angeboten werden.

In einer Therapie geht es vor allem darum, das Entstehen der Probleme und ihrer aufrechterhaltenden Faktoren vor dem Hintergrund der persönlichen Lebensgeschichte sowie dem eigenen Erleben und Empfinden verstehen und verändern zu können. Der Wunsch und die Bereitschaft sich selbst zu verändern, die Transparenz und Nachvollziehbarkeit des therapeutischen Vorgehens sowie eine vertrauensvolle Beziehung sind die wesentlichen Faktoren für den Erfolg einer Therapie.

In Anlehnung an die Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Durchführung der Psychotherapie (Psychotherapie-Richtlinie) kann Psychotherapie insbesondere in folgenden Fällen angeraten und hilfreich sein:

  1. Affektive Störungen: depressive Episoden, rezidivierende depressive Störungen, Dysthymie;
  2. Angststörungen (incl. Phobien und Panikattacken) sowie Zwangsstörungen;
  3. Somatoforme Störungen (körperliche Beeinträchtigungen, bei welchen psychische Faktoren als Mitverursacher angenommen werden) und dissoziative Störungen (Konversionsstörungen);
  4. Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen (incl. posttraumatische Belastungsstörungen);
  5. Essstörungen (insbesondere Anorexie, Bulimie);
  6. Nichtorganische Schlafstörungen;
  7. Sexuelle Funktionsstörungen;
  8. Persönlichkeitsstörungen und Verhaltensstörungen (incl. Impulskontrollstörungen)
  9. Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend.

Sollten Sie Symptome einer der o.a. Störungen bei sich feststellen oder Beschwerden vorliegen, die auf eine dieser Störungen möglicherweise hindeuten könnten, können Sie zwecks diagnostischer Abklärung Kontakt mit mir aufnehmen. Im Rahmen einer ausführlichen Erstanamnese kann sodann festgestellt werden, inwieweit tatsächlich eine behandlungsbedürftige psychische Störung vorliegt und inwieweit eine (Gesprächs-)Psychotherapie, die bei den o.a. Störungsbildern wissenschaftlich nachgewiesen grundsätzlich wirksam ist, zur Anwendung kommen kann.

Auch bei seelischen / psychischen Beeinträchtigungen, die als Folge von körperlichen Erkrankungen entstehen, kann eine Psychotherapie eine entlastende Hilfe sein, z.B. bei

  • chronischen Schmerzerkrankungen
  • chronischen Stress- und Erschöpfungszuständen
  • Krebserkrankungen
  • Tinitus
  • koronaren Herzerkrankungen.

Im Einzelfall kann es erforderlich sein, zusätzlich eine (fach-)ärztliche Klärung der Symptome und Beschwerden vornehmen zu lassen. Sollten Sie sich bereits in ärztlicher Behandlung befinden (incl. verordneter Medikamente), ist dies kein Ausschlusskriterium für eine ergänzende (Gesprächs-)Psychotherapie, sondern stellt meist eine sinnvolle Kombination dar, um körperliche Symptome als auch seelische Beschwerden dauerhaft zu lindern oder zu  heilen.

Auch bei anderen seelischen Symptomen und Problemen (z.B. Abhängigkeitserkrankungen) können Sie sich vertrauensvoll an mich wenden, um Ihnen fachgerecht dabei behilflich sein zu können, adäquate Hilfen und Unterstützung zu finden.

Die Übersicht über den Ablauf der Behandlung sowie über die Kosten für die psychotherapeutischen Leistungen finden Sie hier

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Therapie- und Arbeitsverständnis

Grundlage meines therapeutischen Vorgehens ist eine respektvolle, verständnisvolle und wertschätzende Begegnung mit den Menschen, die zu mir kommen. Psychische Symptome sind kein Beweis für einen grundsätzlichen Mangel an Fähigkeiten. Vielmehr kann fast ausnahmslos davon ausgegangen werden, dass der Mensch über weitaus mehr Kompetenzen und Möglichkeiten verfügt, mit den Problemen umgehen und die Ziele zu erreichen, als er sich gerade in Zeiten seelischen Leids selbst zutraut. Der Zugang zu diesem Wissen und diesen Fähigkeiten ist in schwierigen Zeiten meist nur erschwert, da die Aufmerksamkeit auf das Problem und nicht die Lösung fokussiert ist. Daher lege ich in meiner Arbeit großen Wert darauf, gemeinsam den Zugang zu den vielfältigen, derzeit jedoch nicht mehr abrufbaren oder unbewussten Kompetenzen (wieder) herzustellen und ergänzend erforderliche neue Ressourcen und Fähigkeiten aufzubauen.

Daher orientiere ich mich in meiner Arbeit und entsprechend meiner Ausbildung an den Methoden und an den Grundsätzen der personenen- bzw. klientenzentrierten Gesprächspsychotherapie nach Carl R. Rogers, die zu den vom „Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie“ für die Ausbildung zum Psychotherapeuten anerkannten Therapieverfahren gehört. Da neuere Psychotherapie-Forschungen ergeben haben, dass Psychotherapie meist dann am hilfreichsten ist, wenn Methoden aus verschiedenen Ansätzen sinnvoll miteinander kombiniert werden, erfolgt im Rahmen meines Therapieablaufs eine Ergänzung mittels systemischer Therapiemethoden (insbesondere zur Klärungs-, Ziel- und Ressourcenorientierung), in deren Bereich ich mich ebenfalls qualifiziert habe.

Mein Therapieangebot richtet sich an erwachsene Einzelpersonen. Ich arbeite somit vornehmlich in der Einzeltherapie, auf Wunsch bzw. bei Bedarf können jedoch auch weitere Personen in die Therapie miteinbezogen werden.